Hygienic Design

Hygienic Design

Was Sie wissen müssen

Zahlreiche Unternehmen in Deutschland sind rechtlich dazu verpflichtet, eine hygienische Gestaltung der genutzten Maschinen, Anlagen und Komponenten sicherzustellen. Vor allem Betriebe im Lebensmittel- und Pharmaziebereich unterliegen dabei besonders strengen Vorschriften. Aus diesem Grund legen Käufer dieser Industriegeräte sowohl auf die Konstruktion als auch auf eine leichte Reinigung großen Wert. Darüber hinaus gilt es viele weitere Anforderungen zu berücksichtigen. Deshalb erfahren Sie in diesem Artikel, worum es sich beim hygienischen Design handelt, welche Besonderheiten es Ihnen bietet und wie die hohen Kriterien in der Praxis umgesetzt werden.

sailer edelstahlmöbel
Hygienic Design Scharnier der Firma Sailer. (Foto: Sailer)

Was ist Hygienic Design?

In Deutschland sind Fertigungsanlagen, Ausrüstungsgegenstände und Armaturen, die in direkten Kontakt mit Lebensmitteln kommen, strengen Vorschriften unterworfen. Mit einem hygienischen Design stellen die Hersteller jedoch sicher, dass ihre Produkte im Tagesgeschäft bedenkenlos eingesetzt werden können. Dabei achten sie insbesondere auf die Minimierung des jeweiligen Risikos für eine bakterielle Kontamination. Dieses Ziel wird unter anderem mit einer speziellen Bauweise und der Verwendung besonderer Materialien erreicht. In der Praxis kommen deshalb häufig schräge Flächen zum Einsatz, die aus Edelstahl oder Makrolon bestehen. Zusätzlich erhöhen Edelstähle aufgrund ihrer mikrobiologischen Eigenschaften, sowie blaue Kunststoffe wegen Ihrer Detektierbarkeit die Sicherheit der Systeme.

Line Clearance

Bei einem Produktwechsel an einem Arbeitsplatz bzw. einer Maschine ist eine so genannte Line Clearance erforderlich. Das heißt, eine Anlage muss intensiv gereinigt werden und bis in die letzte Ecke überprüft werden um eine Verwischung von Produkten verschiedener Chargen zu verhindern. Das ist zeitlich sehr auf wendig und bedingt einen Stillstand der Anlage.
Deshalb berücksichtigen wir von Simoleit Design diesen Aspekt des Hygienic Design schon frühzeitig in der Gestaltung um Maintenance Zeiten für die Line Clearance zu verkürzen und eine Reinigung zu vereinfachen.

Was ist das Besondere am Hygienic Design?

Die Grundprinzipien der hygienischen Arbeitsplatzgestaltung sollen einen besseren Umweltschutz, Hygienestandard und eine höhere Arbeitssicherheit gewährleisten. Dabei unterstützt das System die allgemeine Organisation des Arbeitsalltags und trägt dazu bei, dass die Mitarbeiter effiziente Gewohnheiten entwickeln. Im ersten Schritt werden deshalb alle Elemente in der Arbeitsumgebung in mehrere Kategorien eingeteilt sowie sortiert. Dadurch können alle Artikel vom Arbeitsplatz entfernt werden, die negative Auswirkungen auf die vorliegende Hygiene haben können.

Anschließend werden alle erforderlichen Gegenstände an einem zweckmäßigen Platz angeordnet. Dieser Schritt ist besonders wichtig, da er die Effizienz der Mitarbeiter deutlich erhöht. Außerdem stellt er sicher, dass die für die Arbeit erforderlichen Objekte nur so oft wie nötig berührt werden müssen. Auf diese Weise senkt sich das Kontaminationsrisiko erheblich.

Weiterhin spielt natürlich die Sauberkeit ebenfalls eine wichtige Rolle. Sämtliche Flächen in der Arbeitsumgebung müssen regelmäßig gereinigt und dadurch von gefährlichen Krankheitserregern befreit werden. Dadurch wird sicher gestellt, dass sich Keime und Bakterien nicht vermehren oder ausbreiten können. Entsprechend ist es erforderlich, dass in der Konstruktion und im Design selbst kleine Dreckecken vermieden werden.

Zudem sorgt eine umfassende Standardisierung für eine einheitliche Realisierung der erforderlichen Maßnahmen. Aus diesem Grund ist es erforderlich, dass feste Reinigungspläne für die Maschinen geschaffen werden. Entscheidend ist dabei, dass jede Konstruktion abhängig von den verwendeten Materialien individuellen Reinigungsanforderungen aus der Pharmazie unterliegt.

Schließlich sorgt die Schulung und Anweisung der Mitarbeiter für eine rechtskonforme Umsetzung der Vorschriften im Arbeitsalltag. Auf diese Weise stellen Sie sicher, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen in Ihrem Unternehmen tatsächlich von allen Angestellten eingehalten werden. Natürlich ist dennoch eine regelmäßige Kontrolle erforderlich, um dauerhaft ein hohes Hygieneniveau zu gewährleisten.

Welche Anforderungen werden an das Hygienic Design gestellt?

Die Anforderungen an eine hygienische Gestaltung des Arbeitsplatzes werden in mehreren Gesetzen und Verordnungen definiert. Für Unternehmen, die Lebensmittel produzieren oder verarbeiten, ist insbesondere die EG 852/2004 Kapitel V im Anhang II entscheidend. Nach ihr müssen sämtliche Objekte, die mit Nahrungsmitteln in Berührung kommen, so entwickelt worden sein, dass das Risiko einer mikrobiellen Kontamination minimal ist. Dazu gehört vor allem das Sicherstellen einer leichten Reinigung und das Vermeiden von Verschmutzungen und schwer zugänglichen Stellen.

Zusätzlich schreibt die Verordnung EG 1935/2004 vor, dass alle Gegenstände mit direktem Kontakt zu Lebensmitteln iniert sein müssen und keine Stoffe an die verarbeiteten Produkte abgeben dürfen. Dadurch soll eine hohe Produktsicherheit gewährleistet werden. Weiterhin unterliegt das hygienische Design auch der Kunststoffrichtlinie EG 2002/72 sowie sämtlichen laufenden Ergänzungen. Diese Verordnung benennt eine Positivliste für Monomere und andere Ausgangsstoffe, aus denen Gegenstände für die Lebensmittelverarbeitung gefertigt werden dürfen.

Schließlich unterliegt das Design auch der Basisverordnung EG 178/2002, die von der European Hygienic Engineering and Design Group (EHEDG) vor einigen Jahren definiert wurde. Entsprechend müssen alle verzehrbaren Produkte so behandelt und verarbeitet werden, dass Verbraucher sie bedenkenlos verzehren können. Gemeinsam mit der DIN EN 1672-2 regelt sie dadurch die exakte Art, Beschaffenheit und Zusammensetzung der zulässigen Maschinen für die Lebensmittelproduktion. Entscheidend ist dabei vor allem, dass alle von Nahrungsmitteln stammenden Flüssigkeiten und Reinigungsmittel ungehindert abfließen sollen und die Produktionskette nicht mit Hilfs- oder Betriebsmitteln in Berührung kommen darf.

Hygienic Design Edelstahl Schrauben der Firma Ganter. (Foto: Ganter)

Hygienic Design am Best Practice Beispiel

Aufgrund der umfangreichen gesetzlichen Rahmenbedingungen haben sich in der Praxis einige Best Practice etabliert.

Das sauberste Design wäre ein verrundeter Kasten mit glatten Flächen, an den nichts haftet. In der Realität finden sich natürlich viele Konstruktionsteile bewegliche Elemente, Schmierstellen Material und Energieleitungen in einer Anlage.

Noch dazu ist das einfachste Design wenig aussagekräftig und nicht passend zur Funktion der Maschine.

Deshalb gilt es ein bestmögliches Design zu gestalten. Aber wie?

Auf der einen Seite gehören dazu vor allem im Inneren einer Maschine die konstruktiven Gestaltungsansätze wie glatte Flächen, leicht zu reinigende Oberflächen, das Verhindern von Dreckecken durch Verrundungen, hochwertige Dichtungen und die Abdeckung von Leitungen und Antriebstechnik.

Auf der anderen Seite kommen das formal ästhetische Design, dass vorrangig nach außen wirkt. Einhausungen sollen möglichst glatte Flächen haben. Eine durchdachte Form kann die Anzahl der Verschraubungen und Durchbrüche verringern. Eine gut überlegte Türöffnung ermöglicht einfache Zugänglichkeiten und erleichtert das Reinigen. Kommt jetzt noch zu dem funktionalen Design die Emotion hinzu der bestimmte Assoziationen beim Kunden wecken soll, so entsteht ein ganz individuelles Design das nach außen sichtbar ist und bei Ihren Kunden im Kopf bleibt.

 

Ein gutes funktionales Design nach den Vorgaben des Hygienic Design bietet Ihnen einen echten Wettbewerbsvorteil. Ihre Kunden sparen Zeit und Kosten bei der Reinigung und dem Produktwechsel. Spaß bei der Arbeit mit Ihren Maschinen wirkt sich wiederum positiv auf Ihre Marke und Image aus.

Neugierig geworden?

Jetzt Kontakt aufnehmen und einen Termin für eine kostenlose Erstanalyse vereinbaren. Wir finden auch für Ihre Anlage eine saubere Designlösung.